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Abschied von einem Citoyen


Im Gedenken an Hans Reinau

Am Montag, den 23. Juni 2014 haben die engen Angehörigen und viele Freunde und Bekannte in einem Trauergottesdienst Abschied von Hans Reinau genommen. Er ist am 13. Juni im hohen Alter von 94 Jahren verstorben.

Für ihn gab es eine ganz selbstverständliche Verpflichtung, am Gemeinwesen teilzunehmen und auch teilzuhaben. Das hat er über Jahrzehnte vorgelebt. Vielen Leuten wird Hans Reinau als aktiver Teilnehmer an den allermeisten Gemeindeversammlungen in Erinnerung bleiben. Wie manches prägnante Votum hat er vorgetragen? Wie oft hat er Kritik geübt? Wie oft hat er aber auch Vorlagen unterstützt? Hans Reinau nahm sich auch stets die Freiheit, Behördenmitglieder im persönlichen Gespräch mit seiner Sicht zu konfrontieren. Da gab es manchen Einwand, aber es gab auch ganz spontan und offen seine Anerkennung und Unterstützung. Auf ganz ähnliche Art hat er in unzähligen, pointierten Leserbriefen auch zum Diskurs bei kantonalen, eidgenössichen und sogar auch unpolitischen Themen beigetragen. Diese Beiträge bemühten nicht die moderne Polemik. Seine Meinung hat sich Hans Reinau stets gründlich erarbeitet und sie auf klare Haltungen und Wertungen aufgebaut.

Obwohl er keine politischen Mandate anstrebte, bestand sein Beitrag zum Gemeinwesen nicht nur aus Kommentaren zum Zeitgeschehen. Er hatte sich in den Gremien der Stiftung APH Drei Linden und auch in der katholischen Kirchgemeinde über Jahrzehnte engagiert.

Für das deutsche Wort "Bürger" kennt die französische Sprache zwei Begriffe: den "bourgeois" für bürgerlich lebende und eingestellte Menschen und dann den "citoyen" für den engagierten, dem Ganzen verpflichteten Zeitgenossen. Am 23. Juni 2014 hat Oberwil für mich auch von einem vorbildlichen "citoyen" Abschied genommen.


Montag, 23. Juni 2014 RM

(publiziert im BiBo vom 26.06.2014)